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LIEDER-WERKBUCH 6
Die Aufgabe der Kunst besteht darin, Türen zu öffnen, wo sie keiner sieht. - Peter Weibel
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OTTO SPIELT LOTTO Otto spielt Lotto. Und jetzt sogar täglich. Die Lottogesellschaft macht es ihm leicht. Er hat viele Träume und nichts scheint unmöglich. Und wenn er dereinst mal den Sechser erreicht, dann schenkt er ihr Blumen - dieser Lady von der Arbeitsagentur. Su guckt in die Sterne und weit in die Zukunft, denn sie glaubt zu wissen, dass sie eine hat. Stier, Jungfrau und Löwe - wer ist grad in Brunft? Das Haus der Planeten hat ihn sicher parat, den knackigen Prinzen mit 'ner Datsche auf Borkum oder Sylt. Jens schreibt sich Programme auf seinem Computer. Er glaubt nicht an Zufall, nur an Mathematik. Er sucht nach Gesetzen, nach Knoten in Netzen und ist überzeugt: Er findet den Trick für ewige Jugend und ein Leben ohne Warzen am Gesäß. Tess schwört auf den Glauben, der sie umflort. Sie liest ständig die Bibel, folgt dem Guru aufs Wort. In ihrer Sekte lächelt man schrecklich nett. Sie geht jeden Abend nur mit der Hoffnung ins Bett, dass alle so werden, wie sie und ihr Meister glauben zu sein. Ich schreib' meine Lieder - für mich und für euch. Ich vermute zu wissen: Das macht mich nicht reich. Doch auch ich spür' diese Sehnsucht nach Glück und Wolke sieben und werd' von ihr immer, immer weiter getrieben Sie ist angeboren und sie ist noch lang nicht gestillt. Text/Musik/Arr.: KT Brandstetter, ©℗2004/2017
AIDA Im Reiche der schwarzen Gewänder, wo der Prophet wiederaufersteht, ist Aidas Vater verschollen, und kein Mensch weiß, wie‘s um ihn steht. Ihre Mutter ist mit ihr geflohen. Sie war da noch ziemlich klein. Und nun sitzt sie hier in der Freiheit, in der Freiheit, alleine zu sein. Aida lebt hier mit ihrer Mutter und das goldene Vlies ist weit. Sie vermisst hier all ihre Freunde aus dem Dorf ihrer Kinderzeit. Ihr braunes Haar trägt sie offen, ich rieche auch ihr Parfüm. Sie schaut jedem Mann in die Augen. Und sie hasst jede Art von Regime. Aida ginge ganz gern in die Disco. Doch ist niemand, der mit ihr geht. Und sie würde hier gern etwas lernen. Doch kein Angebot wird konkret. Deshalb will sie zurück in die Heimat. Und sie hofft, man lässt sie wieder rein. Dann trägt sie halt einfach das Kopftuch und läuft ihrem Mann hinterdrein. Text/Musik/Arr.: KT Brandstetter, ©1996/2017

DU BIST SCHON LÄNGST

GEGANGEN

Die Stühle sind gestapelt, die Schirme eingepackt. Ein letzter Gast, der brabbelt. Er ist hier voll versackt. Du bist schon längst gegangen, dem Sommer hier entfloh’n. Ich hab’s falsch angefangen. Was hab’ ich jetzt davon? Bin dir ins Netz gegangen, der Weg war asphaltiert. All deine Saiten klangen, doch ich hab‘ nichts kapiert. Da hingen Paragraphen und Regeln über mir. Sag’ keiner was zu Schafen. Das ist ein braves Tier. Jetzt kann ich nicht mehr schlafen, die Ruhe ist dahin. Ich mach’ mich hier zum Affen und dich zur Pförtnerin zu allem, was mir teuer in meinem Pantheon. Das ist mir nicht geheuer, denn du weißt nichts davon. Ja, so ein Fegefeuer, das da nun brennt in mir, verpasstes Abenteuer ersäuft man mit viel Bier. Dann ist mir alles schnuppe, ich bin ja nicht allein: Die Selbsterfahrungsgruppe hilft mir, ein Mann zu sein. Verflucht sei alle Ehre, der Anstand obendrein. Wenn ich ein Playboy wäre, wär’s leicht, ein Kerl zu sein. Ich hätt’ an jedem Finger, an jeder Zeh’ dazu ein’s dieser hübschen Dinger ohn’ Aber und Tabu. Text/Musik/Arr.: KT Brandstetter, ©2006/2017
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